Mission "Wombat streicheln"

Sydney, Koalas und Monolithe

 
12Juli
2014

Nur der Timer läuft noch ...

Ja! Ich bin wieder da. Wer es noch noch nicht durch meine plötzliche Gewärtigkeit erfahren hat, der muss es doch nun endlich wissen.

Seit letztem Sonntag, dem 6. Juli bin ich wieder daheim. Nachgereicht werden natürlich ein Blogeintrag über meine Insel-Tour und über meine Ankunft.

Liebe Grüße,
Euer Karl 

23Juni
2014

Magnetismus

Zu recht kann man mich vorwurfsvoll fragen: Warum gibt es keine Einträge mehr? Was ist passiert? Meine Standard Ausrede dafür: War doch eh nicht so spannend ... hab ja gearbeitet.

Aber so ganz stimmt das auch nicht. Ich will mal keine Zeit verlieren. Als ich in Tully aufbrechen wollte, nach einer Woche Tristesse und Trübseligkeit, war gerade der tropische Zyklon Ita auf dem Weg entlang der Küste nach Süden. Ich wollte trampen - im strömenden Regen, nach Sekunden völlig durchnässt stand ich am Highway. Nach etwa 15 Minuten erbarmte sich ein Fahrer. Ich hatte mir vorher eigentlich vorgegeben nur in vertrauenswürdige Autos und ebensolchen Fahrern einzusteigen ... bei diesem war ich mir bei beidem nicht sicher, wollte aber unter keinen Umständen länger an der Straße stehen. Nach etwa der Hälfte des Weges - inzwischen waren wir aus dem Regen hinausgefahren - hatte sein Auto eine Panne. Nachdem keine Hilfe in Sicht war, wurde beschlossen, mich hier auszusetzten und ich suchte erneut nach einer Mitfahrgelegenheit. Nach diesmal nur sehr kurzer Zeit hielt ein vollgepacktes Familienauto. Die Stimmung darin war prächtig - Kinder und Mutter sangen zu den Radiohits. Auf jeden Fall angenehmer als im vorherigen Auto.

In Townsville angekommen war für kurze Zeit noch gutes Wetter, bevor der Zyklon eintraf und es wie in Tully, stundenlang regnete. Am nächsten Tag hatte es sich beruhigt, die Verwüstung war aber nicht zu verkennen. Ich musste an diesem Tag auf die benachbarte Insel Magnatic Island, da dort mein Jobinterview stattfinden sollte. Ich hatte mich als Housekeeper in einem Hotel/Resort beworben und hatte das Glück, dass da gerade gesucht wurde. Die Fähre allerdings ging wegen des Sturmes nur partiell ... bis gar nicht. Das machte mich zunehmend nervöser, als allerdings doch frühgenug eine Fähre ging, ich ein Hostelzimmer ergattert hatte und pünktlich zum Vorstellungsgespräch war, war alles gut gegangen.

Magnetic Island wurde in diesen zwei Monaten meine Heimat. Vom ersten Hostel zog ich am zweiten Tag weiter in den nächsten Ort. Dort lernte ich Paul kennen. Einen älteren Reisenden, der schon überall auf der Welt gewesen ist, in Magnetic Island aber seine Heimat gefunden habe. Ihm verdanke ich auch, dass ich meine spätere Langzeitwohung in Sichtweite zur Arbeit gefunden habe. Und dort blieb ich die meiste Zeit. Der Ort heißt Nelly Bay, in dem der Hafen ist und das Resort, in dem ich arbeiten sollte. Nelly Bay liegt ziemlich zentral auf der Insel, quasi auf halben Weg zu den beiden Enden der Insel.

Der Großteil der Insel ist Nationalpark. Es gibt zahlreiche wunderschöne Buchten, australischen Busch und unzählige Tiere. Auf Maggi habe ich Schildkröten, Koalas, Schlangen, handgroße Frösche, Kookaburras, Curlews, Rochen gesehen und Opossums gefüttert. Magnetic Island gilt als einer der artenreichsten Orte in Australien, voller Schmetterlinge und Vögel, aber auch Wale soll man hin und wieder sichten können.

In meiner Zeit auf dem Eiland habe ich einige Buschwanderungen gemacht. Zum Beispiel zu den Forts, militärischen Ruinen aus dem zweiten Weltkrieg, die seit dem sie Australien nicht mehr vor den Japanern schützen müssen, unaufhaltsam verrotten. An meinem letztem Tag bin ich mit Paul auf den höchsten Berg der Insel gewandert: Mt. Cook. Der ist über 500 Meter hoch und es führt kein offizieller Weg zum Gipfel. Wir sind deshalb einem Creek gefolgt und haben uns durchs Dickicht geschlagen. Nicht ohne Verletzungen selbstverständlich, aber mit der Belohnung am „Gipfelkreuz“.

Immer wieder habe ich gehört, dass ihr euch unter meiner Arbeit als Housekeeper etwas ganz anderes vorstellt, als es ist. Ich bin im Grunde Putzmann in nem Hotelkomplex gewesen. Betten machen, Räume strippen, Staubsaugen, Bäder putzen. Anstrengend, nicht immer schön, aber es gab gutes Geld und es waren angenehme Arbeitszeiten. Meine Kollegen, hauptsächlich ältere Frauen, waren herzlich, lustig, geduldig mit mir und machten jeden Arbeitstag zu einem Spaß. Ihre Motivation und der Teamgeist untereinander waren beeindruckend. Auch wenn ich nicht mit allen reibungslos harmoniert habe, bin ich ihnen sehr dankbar für alle Hilfe und die lieben Worte zum Abschied. Mit einigen von ihnen bin ich inzwischen auf Facebook befreundet.

Ich könnte noch viel schreiben, über die unglaubliche Schönheit der Insel, meinem Sportprogramm, meiner eigen Wohnung, meinem Essen, den Tieren, der Arbeit und meine Kollegen oder meinen wenigen Ausflügen aufs Festland. Aber ich ziehe es vor, euch mit den schönsten Bildern zu versorgen. Ich hoffe, ihr könnt durch die Bilder verstehen, warum mir diese Insel so ans Herz gewachsen ist.

Magnetische Grüße,

Euer Karl

Klickt euch durch die Bilder. Die Bildunterschriften erklären ein bisschen mehr!

Die Insel:

Eine von unendlich vielen Bays. ... die auch in der untergehenden Sonne etwas hermachen. Die Insel lädt zum Bushwalken ein. Wenn man auf dem Gipfelgrat ankommt, wird man mit dem Blick zum Meer belohnt. ... und am Ende einer harten Wanderung wartet ein schöner Rockpool. Allerdings nur während der Regenzeit. Daheim darf man dann auch mal die Beine hochlegen. Bei einem Eis und frischen Erdbeeren. Die Strände sind durch Ebbe und Flut gezeichnet. Der Tidenhub beträgt zum Teil über 2 Meter. An vielen Stellen der Küste werden die Sandbuchten durch rundgelutschte Felsen durchbrochen, die unter der Brandung ächzen. In regelmäßiger Regelmäßigkeit trifft man rund um die Insel auf solche Buchten. Ein Traum! Beliebte Wanderziele sind die Forts oder ... ... dieser mächtige Monolith. Mein Lieblingsplatz auf der Insel!

Meine Wohnung:

Das war nach einigem Suchen meine Wohnung. Für 2 Monate. Ein Bett, ein Bad und außerhalb noch eine Küche. Was braucht ein Backpacker mehr. Ich vermisse sie schon jetzt!

Osterfest:

Oster war ich bereits auf der Insel. In Erinnerung an die alljährliche Osternacht in WidoRäh machte ich mich vor dem Sonnenaufgang auf den Weg ...
... um den Sonnenaufgang zu bewundern, der sich in voller Pracht zeigte. Mit TimTams und Lukas-Evangelium wurde es sogar ziemlich gemütlich. Und dann war ich noch im anglikanischen Kirche.

Arbeiten:

Cleaning in progress!  Meine Abschiedsparty mit einigen Kollegen Selfi!!

Townsville:

In Townsville war ich nur zum Shoppen (weil es signifikant billiger ist, als auf der Insel) und um auf den Hausberg Außerdem hat Townsville eine riesige militärische Gedenkanlage. Furchtbar unschön! Im Hintergrund ist Castel Hill.

Mein kleiner Zoo:

Rockwallabies besiedeln die ganze Insel. An einigen Stellen lassen sie sich sogar füttern. Außerdem durfte ich in einer Aufzuchtstation kleine Wallabies streicheln. Außerdem gibt es unzählig viele Geckos. Hier an der anderen Seite meiner Tür ... ... und hier in Miniaturform auf meinem Computer. Außerdem wimmelt es nur so vor handzahmen Opossums. Meine Lieblinge, für die meisten Insulaner aber eine Plage. Außerdem gabs riesige Baumfrösche ... ... kleine Pythons ... ... oder Rochen. Natürlich mit Stachel - übrigens sind Rochen nicht giftig, aber sie können stechen und zielen aufs Herz, da von dort die meisten elektronischen Impulse ausgehen.  Und das ist ein Kookaburra oder auch Lachender Hans genannt. In der Grundschule hat mir meine Englischlehrerin den als Wappentier Australiens vorgestellt. Jetzt sehe ich ihn live!

Meine Kochkünste:

Kochen und Backpacken - das ist ein einziges Missverständnis. Mit meiner Sesshaftigkeit wurde das aber auch besser.
Frühstück! Je nach Zeit und Motivation gabs Kaffee und geschäumte Milche ... ... mit Toast, Ei und Bacon. Oder halt Müsli. Brokkolie-Kartoffel-Suppe. Ohne jedes Fertigsuppenzeug. Ich bin schon ein bisschen stolz darauf ... denn es war köstlich! Nudeln und wunderbare Bolognese. Reis und Krabben! Das teuerste Essen - ganz klar den Krebsen geschuldet. Hat sich aber gelohnt. Self-made Pizzas in der Pizzamaschine ... ... besser als jede aus dem Tiefkühlregal. Ich brauch so ein Ding Zuhause!

Die Bezwingung des Mt. Cook:

Vom ersten Tag an hatte ich ein Ziel - auf Mt. Cook zu klettern. Am letzten Tag war es dann so weit. Der Kreis ist geschlossen, ich konnte mit gutem Gewissen abreisen.
Der Aufstieg ist hart ... sehr hart. Der Weg hinauf ist anfangs steinig. Dann kam der Dickicht. Und auf dem Gipfel die Belohnung, der Blick aufs offene Meer. Runter gings dann fixer. Von Stein zu Stein. Boom-Tschaka! Die 503 Meter wurden in 3,5 Stunden bezwungen. Rekord - zumal es nicht einmal einen richtigen Weg zum Gipfel gibt.

17Mai
2014

Tada!

Gefangen, auf einer einsamen Insel ... ohne Internet ... allein, ohne Kontakt zur Außenwelt ... tausende Kilometer von der Heimat entfernt. Was klingt wie die Ankündung einer neuen RTL-Reality-Show ist bei mir Programm!

Na gut. Nicht ganz. Aber ein bisschen. Denn (Achtung!) ich arbeite jetzt! (Tada!) Als Housekeeper in nem Resort auf Magnetic Island, einer Insel vor Townsville. Und vor lauter Arbeit, fehlendem Internet und meiner Faulheit habe ich das Blogen vernachlässigt.

Und leider wird es auch heute nicht dazu kommen, dass ich eine Menge schreibe. Ich sitze im Moment am PC bei der Arbeit und habe Lust nach Hause zu gehen. Doch davor gibt's einen kleinen Ausblick auf den nächsten richtigen Blogeintrag: Flucht aus Tully, Zyklon und Trampen, Townsville, Magnetic Island, Koalas, Schildkröten, Geocaching, meine neue eigene Wohnung und vielleicht noch mehr, was ich jetzt vergessen habe.

Arbeitende Grüße,
Euer Karl

08April
2014

Bananenrepublik

Wie im letzten Eintrag schon beschrieben, hatte ich keinen Erfolg bei der Jobsuche. Im Harvest Guide, einem Heft, dass von der australischen Regierung herausgegeben wird, um über mögliche Farmarbeit, -orte und -monate zu informieren, damit zum Beispiel Backpacker wie ich wissen, wo sie nach Arbeit suchen sollten, habe ich gelesen, dass in Tully (3 Autostunden südlich von Cairns) ganzjährig Bananen gepflückt werden.  Also poste ich am Abend nach meiner Rifftour in die Facebook-Gruppe „Work & Travel Australia“, die hauptsächlich mit Deutschen gefüllt ist, dass ich einen Rideshare nach von Darwin suche und bekomme keine 10 Minuten später eine Nachricht.

Am nächsten Tag treffe ich mich dann mit Caro und Luka, zwei deutschen Mädchen, die sich gerade erst ein Auto gekauft haben. Erste Amtshandlung des Tages ist die Suche nach einer Matratze, auf der die beiden auf ihrer Tour schlafen werden. Das ganze stellt sich als zeitaufwendiger, als gedacht heraus. Mit Matratze und gegen Mittag brechen wir auf in die Regenwälder südlich von Cairns.

Die Regenwälder waren mir schon an den Bergen um Cairns aufgefallen, das komplett von grünen Hügeln und blauem Meer umgeben ist. Wir fahren Serpentinenstraßen hinauf in die Wälder, um plötzlich festzustellen, dass sich die Landschaft landeinwärts verändert. Plötzlich sind da viel mehr Wiesen, überall Kuhweiden und runde Hügel. Alles sieht eher ein bisschen wie ein deutsches Mittelgebirge aus, als nach tropischen Regenwald, wären da nicht die Palmen, die hier und da die Straße säumen.

Wir entschließen uns zu einer Rast und gehen in Kraterseen schwimmen, in denen es wohl auch einige Schildkröten geben soll, die wir allerdings ohne Taucherbrillen nicht sehen. Mit und nach den Seen kommt der Regenwald zurück und mit ihm auch die Wasserfälle, unter anderem der malerische Millaa Millaa Wasserfall, in dem wir aufgrund des authentischen Regens, der inzwischen eingesetzt hatte, nicht mehr baden wollten.

Und dann wurde es spät, so dass an ein Ankommen in Tully an diesem Tag nicht mehr zu denken war. Ich fuhr also mit nach Mission Beach. Während ich im Hostel schlief, schliefen meine Reisepartnerinnen auf Zeit in ihrem Auto. (Dass sich eine unverzeihlich schlecht über Sachsen äußerste muss am Rande erwähnt sein – (mache) Wessis bleiben halt doch Wessis.) Am nächsten Tag wurde Mission Beach dann noch ausgiebiger erkundet. Es ist ein durchaus hübsches Städtchen, dem man ansieht, dass es vom Tourismus lebt. Der kleine Markt direkt am Meer verkauft Früchte, die ich noch nie gesehen habe und – Asche über mein Haupt – deren Namen ich vergessen habe. Aber ich habe zwei davon gekauft und den Geschmack für ausdrücklich gut befunden. 

Außerdem habe ich am Strand eine Kokosnuss gefunden. Jeder der mir auf Facebook folgt wird das Drama mitbekommen haben. So eine wilde Kokosnuss sieht nämlich nicht etwa so aus, wie sie bei uns im Supermarkt liegt, sondern hat eine weitere Schicht, die ähnlich undurchdringbar ist, wie die eigentliche Nuss.

Für alle die es verpasst haben: Hier der Liveticker mit Illustrationen.

 Karl Donath vs. The Coconut

  • Der australische Lokalmatador aus Mission Beach hat noch die Nase vorn. Sein deutscher Herausforderer stößt allerdings mehr und mehr auf den harten Kern. Es bleibt spannend
  •  Das Messer, dass Donath für den Kampf auserwählt hat, leidet inzwischen sehr. Doch das ist nichts gegen Coconut. Er gibt nun langsam nach und lässt sich häuten - wohlwissend, dass er noch eine weitere Schicht hat, die ihn vorm endgültigen Knockout schützt.

  • Auch Donath zeigt Verschleißerscheinungen. Coconut nutzt eine Unaufmerksamkeit des Dresdners und revanchiert sich mit einigen Kartzern an der Handkante. Donath gibt sich unbeeindruckt. Wenn er so weiter macht, dann ist es nur eine Frage der Zeit, bis die Nuss fällt.
  •  Und plötzlich geht alles ganz schnell. Ein fester Ruck von Donath und die Nuss liegt frei. 1:0 für den Deutschen, der gerade mittels seiner Facebook-Seite einen Gruß in die Heimat schickt. Er kann sich aber nur kurz feiern. Nach einer kurzen Regenerationspause geht es weiter. Bis gleich.

  • Und nun geht es weiter. Die erste Runde hat etwa eine dreiviertel Stunde gedauert. Mal sehen, wie lange sich Teil 2 dieses epischen Kampfes zieht. Donath sucht gerade die richtigen Werkzeuge an seinem Westfalia (c) Multitool. / Diese Berichterstattung wird ihnen präsentiert von Westfalia. Westfalia - Endlich das richtige Werkzeug! /

  • Was für ein Schlag vom Dresdner! Er öffnet einen der oberen Schwachpunkte von Coconut scheinbar mühelos und kann seinen Gegner nun nach Lust und Laune melken. Allerdings verzieht er beim ersten Schluck schon das Gesicht. Ein kurzes Statement, denn gerade ist Timeout: "Pfui, wenn ich gewusst hätte, dass es so schlecht schmeckt, hätte ich mir den Kampf auch sparen können." Jetzt will er es aber zu Ende bringen.

  • Jetzt geht's ans Eingemachte! Donath schleudert Coconut auf den Boden. Beim dritten Mal ist der Widerstand endgültig gebrochen. Doch dann die Enttäuschung! Coconut scheint, dem Geruch und der Konsistenz nach, verdorben zu sein. So gewinnt Donath zwar den Kampf, allerdings ohne sich belohnen zu können. Der Frust ist dem 19jährigen im Gesicht abzulesen. Er bedankt sich kurz bei seinen Fans und lässt den am Boden zerstörten Coconut zurück. Ein Kampf mit zwei Verlierern. Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit!


 

Der Kampf mit der Nuss fand bereits in Tully statt, wo mich meine Travelmates rausgeworfen hatten. Dort versuchte ich mein Glück in den Banana Baracks, die eine Job versprechen, wenn man eincheckt. Leider sind die im Moment ausgebucht und schickten mich zum Tully Hotel, einem billigen Hostel, dass mir eine Jobvermittlung nicht versprechen konnte, mir aber zumindest Mut machte in Tully zu bleiben. Man empfahl mir mich morgens um 5 an die Post zu stellen und auf die Bananenbusse, die die Tagelöhner zu den Farmen transportieren,  zu warten. Das taten ungefähr 40 andere Tagelöhner und Tagelöhnerinnen mit mir. Und keiner bekam einen Job. Es fuhren zwar regelmäßig Busse ab, jedoch nur für bereits angestellte Backpacker oder Asiaten. An diesem Tag habe ich dann an der Rezeption noch erfahren, dass die Chancen gerade ohnehin schlecht stehen, da in den Osterferien die Kinder und Jugendlichen des Dorfes als billige Arbeitskräfte eingesetzt werden. Also wollte ich das Beste aus der Situation machen und habe in der Touristeninformation nach den Attraktionen gefragt. Außer einem 7,90m hohen Gummistiefel und einem Berg, den ich in den nächsten Tagen besteigen werde (sollte das Wetter mal gut sein), zu dessen Fuße Tully liegt, gibt es nicht viel. Außerdem ist Tully die niederschlagreichste Stadt Australien. Na toll.

Und aufgrund dieser belastenden und alles andere als einfachen Arbeitssituation, wird es Zeit sich mal ernsthaft über den Rückflug Gedanken zu machen. Trotz aller Unwegbarkeiten weiß ich aber:  „Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. (..) Und ob ich wanderte im regnerisch’n Tully, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir (…)“ (frei nach Martin Luthers Bibelübersetzung)

  Regenwald überall Regenwald See ... mit Schildkröten (angeblich) Millaa Millaa Regen im Mittelgebirge Mission Beach Kokosnussbaum Meine Kokosnuss am Strand Tully's weltbekannter Gummistiefel Tully-Berg komische, leckere Frucht (leergegessen)

Regnerische Grüße,
Euer Karl 

05April
2014

"Fische sind Freunde, kein Futter!"

Na ... wer kennts? Okay noch eins: "Hey, Du alter Schmollmops!" oder "Wenn das ein Witz sein soll dann ist er nicht komisch. Und ich weiß was komisch ist, ich bin ein Clownfisch." oder "Weißt du was du tun musst wenn du frustriert bist? Einfach schwimmen, einfach schwimmen, einfach schwimmen, schwimmen, schwimmen..."

Auch Cairns ist nah am Wasser gebaut. Doch im Vergleich zu Darwin ist es, als würde man Chemnitz mit Dresden vergleichen. Cairns ist eine Touristenhochburg und das sieht man ihr auch an. Lange Einkaufspassagen, viele Hotels und Hostels, Restaurants  und eine schöne Hafenpromenade. Ich ziehe im The Jacks ein. Einem sauberen und gepflegten Hostel mit freiem Internet und einem Abendessen und das alles für nur 22 $ die Nacht. So wenig habe ich noch nirgendwo gezahlt für eine Unterkunft.

Ich befinde Cairns für so gut, dass ich mich hier auf Jobsuche begebe. Es ist die intensivste bisher. Jede Bar, jedes Restaurant, die Reef Cruise Boote und sogar das Casino werden abgeklappert. Der Erfolg hält sich - und das ist positiv ausgedrückt - in Grenzen. Im Grunde ist es zwecklos auf Waiterjobs aus zu sein. Zum einen werden Mädchen bevorzugt, zum anderen bin ich kein Muttersprachler und mein Lebenslauf gibt nun mal nicht die große Kellnererfahrung her. Andere lösen letzteres Problem, in dem sie ihren CV etwas aufpolieren - das kann und will ich aber nicht.

Wenn ich schon kein Geld verdiene, gebe ich wenigstens welches aus. Ich suche mir auf Empfehlung meines Hostelmanagers eine der teureren Touren aus. Nämlich eine zum Great Barrier Reef, das quasi vor den Toren Cairns liegt. Meine Tour geht bis an den äußersten Rand des Riffes, da wo die kontinentale Platte fast schon zu Ende ist und der Graben zur ozeanischen liegt. Dort soll es die schönesten und gesündesten Riffe geben. Und deshalb habe ich mich dann auch dafür entschieden - denn das macht man wohl nicht mehr so oft im Leben.

Mit einem Katamaran geht es frühmorgens los. Der Crew nach wird empfohlen eine Tablette gegen die Seekrankheit zu kaufen. Ich verzichte und nehme die Herausforderung an. Während neben mir (Achtung, Hyperbel!) reihenweise Passagiere den Weg zu den Kotztüten suchen, überstehe ich die tatsächliche unruhigere Fahrt, als ich es erwartet hatte, sehr gut. Etwa 40 Kilometer von der Küste entfernt ist unser erster Schnorchelspot. Nach einer kurzen Instruktion bekommen wir einen Wetsuit, Taucherbrille und Flossen. Zum Glück gibt es an Board Tauerbrillen mit Sehstärke, denn ich hatte unbedachterweise keine Kontaktlinsen dabei. Diese Taucherbrillen funktionieren sehr gut, sodass dem Tauchgang nichts mehr im Wege stand.

Wenn man von oben auf das Riff schaut, dann erkennt man nicht sonderlich viel, außer unterschiedliche Färbungen des Wasser von blau, hellblau oder einem Gelbton. Dort, wo man von oben gelb sieht, befinden sich die oberflächennahen Korallenriffe und eine Vielzahl von Fischen. Und dabei ist Vielzahl schon eine Untertreibung. Während man über das Riff gleitet, sieht man all das, was man sonst nur aus dem Fernsehen kennt. Und es ist keine zwei Armlängen entfernt. Bunte Fische, schwarze Fische, große und ganz kleine, Korallen und Anemonen. An einer anderen der drei Schnorchelstellen sehe ich sogar einen Riffhai, der für den Menschen ungefährlich ist, da wir nicht in sein Beuteschema passen. Schildkröten sehe ich leider keine, die zwei deutschen Mädels an meinem Tisch schon. Nichtsdestotrotz ist die Schönheit dieser Unterwasserwelt atemberaubend. Man könnte fast meinen, das wäre Gottes Spielplatz, wo er nach Lust und Laune Fische mit den unterschiedlichsten Formen, Mustern und Farben geschaffen hat. Da gibt es einen Fisch, der gelb-grün-rot ist und einen Mund hat, der aussieht wie der eines Papageien. Und eine Art Mondfisch (Ich weiß den richtigen Namen leider nicht.), ein großer, relativ platter Fisch, von dem an zwei Stellen jeweils einer vom Futter angelockt auf Tuchfühlung kam.

Und dann war da natürlich Nemo - aus dessen Film die obigen Zitate stammen. Ich habe drei Verschiedene Anemomenfische, also Clownfische gesehen. Unteranderem eben auch den richtigen Nemo. Den zu finden ist gar nicht so leicht, denn Clownfische gehören zu den seltenen Fischen im Riff. Außerdem sind sie nur in Seeanemonen anzutreffen, die es ebenso selten gibt. Wenn man eine findet, ist da mit Sicherheit aber ein Nemo drin. Und ich habe auch die anderen Fische aus dem Film, der ja im Great Barrier Reef und Sydney spielt, gesehen. Dori und Kahn - der von seiner Gestalt und seinen eleganten Farben einer meiner Lieblinge im Riff war.

Nach diesen wunderbaren Eindrücken habe ich am Buffet (mit Schrimps!) mein Nahrungsdefizit ausgeglichen und habe auch die Rückfahrt wohlauf überstanden. Neben Melbourne, den Küstenformationen an der Great Ocean Road, dem Uluru und den Olgas ist das Great Barrier Reef eines meiner absoluten Highlights bisher. 

Flug über den Kakadu Nationalpark Hafen Cairns Fliegender Flughund Altes Haus in Cairns Halbinsel auf dem Weg zum Riff Von oben - nichts zu sehen. Cairns vom Ozean


Schuppige Grüße,
Euer Karl 

30März
2014

Bleibt alles anders

Darwin hat etwa 120000 EInwohner - und ist damit trotzdem die größte Stadt des Northern Territory. Man könnte meinen, hier ginge es beschaulich zu. Aber Darwin ist eine Halligalli-Stadt. Es gibt zwar im Grunde nur eine (maximal zwei) belebte Straßen, aber auf denen pulsiert das Leben. Eine Bar reiht sich an Hostels und die nächste.

Ich habe die Metamorphose von der langweiligen Kleinstadt zur Partyhochburg miterleben können. Wir sind mit dem Ende der Wetseason eingefallen. Schüttet es am ersten Tag noch aus Strömen, hatten wir an den darauffolgenden Tagen eitel Sonnenschein. Und mit dem guten Wetter kommen die Touristen - und die Preisanstiege. Ab dem 1. April kostet unser Hostel nicht mehr 27$, sondern 32$ die Nacht.

Ich muss ganz ehrlich sagen, dass es mir nicht unrecht ist, dass ich die absolute Hochsaison hier nicht erleben muss. Und auch ohne - es gab einige Nächte hier, wo ich nicht vor 3 im Bett war. Bei den Touren durch die Bars galt dann immer: möglichst vorher was trinken Spart Geld) und immer auf der Suche nach guter (am besten live) Musik. So kam es, dass man sich mit den "Affen" aus dem Zimmer (zumindest partiell) angefreundet hat, einen lustigen Franzosen kennenlernte oder mit den zahlreichen Deutschen bei Goon und Cadbury-Schokolade schnacken konnte.

In Darwin reifte die Erkenntnis, dass es für Linus ein semigroßer Fehler war, hier her zu fahren. Die nächsten Städte liegen tausende Kilometer entfernt, Backpacker fliegen lieber von Darwin, als teuer Sprit zu zahlen. Und auch ich (ein wenig habe ich auch ein schlechtes Gewissen) werde morgen fliegen und Linus hier zurücklassen, wo er nach Arbeit suchen will. Eigentlich ist im Moment ein guter Zeitpunkt, um Arbeit zu finden - schließlich beginnt der Besucheransturm. Meine Bewerbungen waren allesamt erfolglos, weswegen ich nun die Segel streiche.

Darwin hat auch schöne Ecken. Die Waterfront, ein Areal am Hafen, wird neu gestaltet. Außerdem hat man ehrgeizige Ziele in der Stadt, was die Stadtplanungsausstellung in der Bibliothek zeigt. Wir waren hier in der Croc Cove. Einem Zoo auf der Hauptstraße, der von außen wenig vielversprechend aussieht. Nachdem wir festgestellt hatten, dass wir vermutlich keine Jumping Crocodile Tour machen werden, besuchten wir eben die nähere Möglichkeit die Reptilien zu beobachten. Auch wenn ich gerne freie Krokodile gesehen hätte - der Zoo gab Einblicke, die am sonst vermutlich nicht gehabt hätte. Führungen im Schlangenhaus, Krokofütterungen und noch mehr. Unter den Bewohner befindet sich auch das Krokodil, dass im Film Crocodile Dundee mitgespielt hat. Am nächsten Tag waren Matthias (zu ihm komme ich gleich noch!) und ich dann Krokoburger essen. Es soll ja nach Chicken schmecken ... und es ist nichts, was ich vermisse. Es ist zäh und der Geschmack okay.

Matthias hatte uns (Linus und mich) einige Tage zuvor auf der Straße angesprochen. Er wollte in den Litchfield Nationalpark und suchte noch Menschen, die sich mit ihm ein Auto mieten könnten. Da wir ein Auto hatten und ich Feuer und Flamme dafür war Darwin ein wenig zu entfliehen, standen wir am nächsten Morgen zu fünft auf der Matte. Matthias, Ricarda, Linus, ich und eine Asiatin, die es schwer hatte in einer Gruppe von Deutschen. Litchfield ist ein Nationalpark mit schönen Flüssen, tosenden Wasserfällen, übermannshohen Termitenbauten und erfrischenden Badestellen. Stundenlang laen wir im Wasser oder suchten den Schatz hinter dem Wasserfall (Den muss allerdings schon jemand gefunden haben, denn da war keiner mehr.).

Aber nun heißt es wieder einmal Aufbruch, wieder einmal Lebewohl sagen, wieder einmal ohne genauen Plan, wieder einmal neu zurechtfinden. Australien ist und bleibt eine persönliche Herausforderung - mal mehr, mal weniger, aber ganz bestimmt jeden Tag.

Historisches Darwin Grabsteine Ein paar Termiten Noch ein paar Da unten haben wir gebadet. Inland Taipan - giftigste Schlange der Welt Botanischer Garten Megaschlange Segelschiffe Krokoburger


Vielen Dank für eure Beiträge im letzten Blogeintrag. Fühlt euch geherzt!
Reptile Grüße,
Euer Karl 

16März
2014

Evolution im Wasser

Roadtrip ins Outback
Teil 2

Ihr seid gefragt! Ich liefer euch die Bilder und überlasse euch das Blogeintragschreiben in den Kommentaren! Zwei Tage stehen noch aus. Ich freue mich auf eure Mutmaßungen!

Donnerstag, 13. März
Devil’s Marbles und Daly Waters

Gastbeitrag von Laura und Melanie

  •  „In den frühen Morgenstunden fuhren wir von Alice Springs aus, über den Stuart Highway, zu den Devils Marbles , die direkt am Highway liegen. Die Devils Marbles im Northern Territory sind Felsen aus Granit, die von Verwitterung und Erosion rundgeformt wurden. Diese liegen verstreut im umgebenen Outback herum und prägen aufgrund ihrer auffälligen Form das gesamte Landschaftsbild. Die Felsen sind bis zu sechs Meter hoch. In der so trockenen und ebenen Landschaft fallen sie ziemlich auf. Es wirkt so irreal wie sie dort gestapelt sind und darum auch durchaus nicht zum Klettern geeignet.
    Von den Aborigines werden sie „Karlu Karlu“ genannt, quasi meine Namensvetter ;)
    Die teils übereinander liegenden Felskugeln, sind so angeordnet als hätte sie der Teufel persönlich dort hingelegt-daher auch der Name. – So wird es erzählt….
    Nun fuhren wir aber weiter, da unser eigentliches Tagesziel uns zu dem nochmal 500km entfernten Daily Waters führen sollte, welches nördlich von Devil Marbles liegt. Dort entdeckten wir Wälder die von Wasser überschwemmt waren. Nasse Füße haben wir allerdings nicht bekommen ;)
    Eigens für die gerade mal 16 Bewohner der Siedlung gibt es einen Pub, der die einzige Sehenswürdigkeit dort ist. Touristen lassen Andenken und Banknoten aus aller Welt dort, welche den Pub hübsch ausschmücken. Ich selber habe nichts dagelassen, da ich außer verschwitzten und wohlriechenden Socken hätte nichts bieten können ;)
    Dafür aber haben wir uns ein kühlendes Bier gegönnt.“

Vielen Dank ihr Lieben! Alles, so wie es tatsächlich war. Na gut, es waren etwas mehr als ein Bier ... etwas viel mehr. Und eigentlich wollte ich am nächsten Morgen auch meine 100 Tschechischen Kronen, die seit der 11. Klasse-Stufenfahrt aus Sloup in meiner Brieftasche sind, an die Wand nageln, aber das haben micih die Kopfschmerzen dann vergessen lassen. Der Daily Waters Pub ist der älteste im Northern Territory.

In den überfluteten Wäldern der nach der Wetseason über die Ufer getreten Flüsse haben wir gehofft Krokodile zu sehen. Das hat sich leider nicht erfüllt. Inzwischen habe ich genug Krokodile gesehen.

Rock, Paper, Scissors? Des Teufels Murmeln Alles überschwemmt Daily Waters Pub

Freitag, 14. März
Mataranka und der Elsey Nationalpark

Gastbeitrag von Jojo

  • "Mann Mann Mann, was war das für ein grandioser Tag heute. Da hättet ihr dabei seien müssen. 
    Fangen wir mal am Morgen an. Nach meinem Erwachen stand ich erst einmal auf und begab mich auf die Suche nach der Sonne. Und ihr werdet es nicht für möglich halten, sehr schnell habe ich sie am Himmel entdecken können. Nach meinem morgendlichen Dehnübungen und dem Sonnengruß stieg mir etwas in die Nase: "Abenteuerluft". Ja, ein neuer Tag ist angebrochen, und das heißt, "Ein neuer Tag, Zeit für neue Abenteuer".
    Nach einer zweistündigen Autofahrt Richtung Norden im tiefergelegten Trabbi sind wir schlussendlich in Mataranka angekommen. Zu erst könnte man meinen, dass es sich dabei nur um ein kleines beschauliches Dorf handelt, aber jenes hatte doch viel mehr zu bieten, als wir auf den ersten Blick vermuteten. Doch immer der Reihe nach, ich möchte ja nichts durcheinanderbringen.
    Zu allererst haben wir die Thermalquellen aufgesucht. Und bei dem kristallklaren Wasser konnten wir nicht wiederstehen und sind gleich hineingehüpft. Welch eine Wonne dass doch war. Hach, da will man eigentlich nie wieder aus dem Wasser heraus. Aber das sind wir dann schweren Herzens doch, es gab ja noch mehr zu sehen.
    Alle diese Quellen fließen in den Roper River, ein prächtiger Fluss. Entlang dieses Flusses führt der sogenannte "Botanic Walk", den wir uns natürlich nicht entgehen lassen wollten. Und es hat sich gelohnt, diese Flora, diese Faune, hach, da ging mir das Herz auf. Knapp 270 einheimische Tierarten soll es hier wohl geben, alle haben wir leider nicht entdecken können. So manch animalisches Wesen schien vor uns im Unterholz in Deckung zu gehen. Dabei hätten wir sie alle gerne mal geknuddelt. Aber dennoch waren nicht alle vor uns sicher. Unter anderem konnten wir Termiten bei der Arbeit zuschauen und deren Bauwerke bewundern. Also wenn sie jene Gebäude noch auf unsere menschliche Größe anpassen würden, dann würden sie reisenden Absatz finden. Ich hätte da auch schon genaue Vorstellungen von der Raumgestaltung :). Aber nun zurück zum Thema, ich schweife ab. Wo war ich? Ach ja.
    Und was es für Pflanzen gab – ä Draum. So um die 370 verschiedenen Pflanzenarten sollen wohl zu entdecken sein. Natürlich habe ich mich da gefragt, ob das denn wirklich sein kann, und habe mal alle Pflanzenarten abgezählt, aber nach 142,7 hatte ich dann doch keine Lust mehr und habe beschlossen, dass die Verantwortlichen da bestimmt schon alles richtig gezählt haben.
    Doch nicht nur die Flora und Fauna waren zu bestaunen, nein, immer wieder gab es Wasserfälle zu sehen, die lustig vor sich hinplätscherten. 
    Und so wanderten wir hin und her, sprangen immer mal wieder ins nasse Nass und haben den Tag hier in Mataranka sehr genossen. 

    Sonst vermisse ich ganz dolle den Chemotee und ich freue mich schon riesig auf das Musik aufnehmen. Ich habe mir schon ganz extremst viel Zeit dafür eingeplant, sobald ich wieder den rechten, oder aber auch den linken Fuss wieder in Dresden hineingesetzt habe.
    Und Jojo, schreib dir schonmal Salz und Zitrone auf den Einkaufszettel!!

    Liebste Grüße
    Kommando Karl, ähh, Euer Karl :)"

Exzellent! Vielen Dank für die Vervollständigung. Chemotee fehlt mir hier unglaublich. Ich habe nichts Vergleichbares gefunden. Aber ich habe noch nicht augegeben. Dem MUsikaufnehmen sehne ich entgegen. Ich habe schon viele neue Lieder im Sinn, die auf eine Neuinterpretation durch uns warten. Kostprobe?

Viel zu tun also!

Hackerangriff vom Känguru

  • "Wie möchten sie ihren Leguan, medium oder gut durch?"
    QE II., australische Staatsoberhäuptin

    DAS IST EIN ANTI-TERROR-ANSCHLAG!
    Nach meiner gescheiterten Abschiebung ins Ausland wollte ich mich nun mit Marc-Uwe ins Land meiner Vorfahren absetzen. Beim Kramen in meinem Beutel fanden sich zwar ein alter Reiseführer Northern Territory, ein Bummerang Jimmy II für Linkshänder, geölt, eine Kette mit aufgefädelten Krokodilzähnen, die Säge von Leichhardts Sägerochen, meine Badehose, natürlich ein Manifest des Asozialen Netzwerkes und aber nur ein verfallenes Flugticket nach Australien, sodass ich nach einer anderen Lösung suchen musste.
    Aber ich wäre nicht d a s Känguru, wenn ich nicht eine Idee hätte die Entfernung von 13.300km und +8,5h zu überwinden ohne mich aus meiner Hängematte begeben zu müssen.
    Die Methode ist einfach, ich logge mich in den Auslandsblog eines ahnungslosen Backpackers ein, der sein Glück in der Fremde sucht. Der arme Kerl ist ohnehin gestresst von der ganzen Fremdartigkeit, dem unsächsischen Angelsächsisch, der eindeutig zu trockenen Hitze, der übertriebenen Weite des Landes, dem miserablem Angebot an Backwaren, überraschenden VISA-Gebühren, dem überschaubaren Tankstellennetz im Outback, der vom britischen Frühkapitalismus geprägten Gesellschaft, dem ewigen Linksverkehr und den Ausländer diskriminierenden Arbeitsmarkt, sodass er davon gar nichts merken wird.
    Ziel meiner Reise wäre Mataranka eine "typisch australische" Siedlung, wo sogar schon mal ein Roman gespielt hat [We of the Never Never - d. Red.] und es die besten Schnapspralinen der Welt gibt. Die 252 Einwohner hier sind die letzten die noch "typisch australisch" leben. Früher haben sie sich noch in die großen Städten gewagt, doch mehr und mehr Chinesen und Backpacker haben sie hier in diese Abgeschiedenheit getrieben. Eigentlich ein idealer Ort zum Untertauchen, doch auch hier sind sie nicht mehr sicher davor. Selbst mein Freund Mick Dundee ist hier nun schon auf den Fremdenverkehrszug aufgesprungen und führt blonde Amerikanerinnen zum Küssen vor die Krokodile.
    Im hier gekaperten Auslandsblog ist von einer Mission Wombat die Rede, ein aussichtsloses Unterfangen, wie ich finde, aber man muss den Europäern ihre Illusionen ja lassen. In der Gegend gibt es eine viel interessantere Spezies, die Wammentrappe, immerhin ... der größte flugfähige Vogel der Welt, mal vom A380 abgesehen. Für knapp 20AU$ kann man am Broilerstand vor The Stockyard Gallery eine halbe gegrillte Trappe erwerben, immerhin bis zu 9,5 kg Fleisch und ziemlich lecker. Gut, ich als Känguru lebe ja vegan, aber Marc-Uwe...
    Nebenan gibt es noch einen Nationalpark, wie langweilig, denn davon haben wir in Australien so viele, dass man sich nach 10...12 solcher Landschaften wenigstens für einen Tag zurück nach Berlin-Mitte wünscht. Naja, ich hatte hier immer meinen Spaß, habe die Touristen beim Baden beobachtet, das 34°C warme Wasser ist dort so klar, dass sie gedacht haben sie würden fliegen und sich gewundert haben, dass sie trotzdem nass waren, als sie wieder an Land kamen. 
    Als junges Känguru habe ich dort mal Tierarten gezählt, 269 waren es, 155 Vogel-, 32 Säugetier-, 51 Reptilien-, 15 Amphibien- und 16 Fischarten. Alles frei erfunden, aber bei Wiki haben sie die Zahlen trotzdem genommen! Vom Kleinen Roten Flughund habe ich auch mal die Kolonie gezählt, 500.000 Individuen, immerhin mehr als Einwohner in der Gegend! 
    Übrigends der Termitenbau auf dem Foto ist künstlich, habe ihn einst selber in einer Projektwoche mit meinen Kumpel Blinky Bill gebastelt, seither freuen sich die Touristen darüber. War ja auch nett von uns ihn direkt neben den Stuart Highway zu platzieren.
    Ich habe mich dann davon gemacht, wollte meine Theorien verbreiten. Darwin ist ja nur 431km weit weg, da hüpft man locker in zwei Tagen hin und mit dem nächsten Satz ist man schon in der Welt...
    Meine Mission ist noch nicht beendet, deshalb halte ich zum Schluss allen dieses Passbild vor die Nase: KENNEN SIE DIESEN PINGUIN?

    Dass in diesem Blog Jörg Dwigs von der Nationalkonservativen Partei für Sicherheit und Verantwortung nicht erwähnt wird, ist Absicht, schließlich handelt es sich ja um einen Anti-Terror-Anschlag.
    Viele Grüße vom Känguru."

Das Känguru kommt aus Mataranka? Keine wunder, dass es im Vietnamkrieg mitgekämpft hat. Der Vietnam ist von hier fast in Schlagdistanz.

Kristallklares Wasser Termiten-Schloss

Samstag, 15. März
Katherine, Nitmiluk Nationalpark und Naturpools

Gastbeitrag von Luise

  • "Heute Morgen strahlte uns die Sonne herrlich warm ins Gesicht und steigerte unsere Motivation sofort ins Auto zu springen und Richtung Norden zu düsen. Wir erreichten schon nach kurzer Zeit die Stadt Katherine, welche etwa 6000 Einwohner zählt. Erstmals wurde die Region um Katherine von einem deutschen Abenteurer und Forscher, namentlich Ludwig Leichhardt, im Jahre 1844 erforscht. Bis Mitte der Siebziger Jahre lebten die Menschen hier vor allem von der Rinderzucht, heute jedoch ist der Tourismus im Mittelpunkt aller Einkünfte. Bis zu 300 000 Touristen besuchen diese Region jedes Jahr, da nicht die Stadt an sich viele Sehenswürdigkeiten bietet, sondern das Areal um Katherine eine atemberaubende Landschaft birgt. Und dort verschlug es auch uns hin.

    Nitmiluk Nationalpark nennt sich die Region um Katherine. Und da ich ein neugieriger Mensch bin, fragte ich sogleich einen Katheriner, woher denn der lustige Name des Gebietes herkommt. So erfuhr ich, dass Nitmiluk in der Sprache des hier lebenden Aborigine-Volkes "Ort der Zikaden-Traumpfade" bedeutet. Und sie haben Recht: Dieser Ort hier ist wirklich traumhaft schön und wenn man seine Ohren spitzt, dann kann man sogar die Zikaden zirpen hören.
    Das hauptsächliche Merkmal des Nationalparkes ist ein 12 Kilometer langes Schluchtensystem, was über einen Zeitraum von Milliarden von Jahren durch den Katherine River entstanden ist. Dieser hat sich tief in das Plateau aus Sandstein gegraben und so entstanden bis zu 70 Meter hohe Felswände aus Sandstein. Der Sandstein hier ist jedoch im Gegensatz zur schönen Heimat rotbraun gefärbt und beinhaltet weiße Eukalyptusrinden und grüne Palmfarne, welche dem Aussehen nochmal eine ganz besondere Note geben. Eigentlich bin ich ein ziemlich großer Mensch, würde ich meinen, aber als ich so an den Ufern des Katherine Rivers stand und sie Felswände emporblickte, fühlte ich mich doch schon ziemlich klein. Die Landschaft hier ist wirklich sehr beeindruckend, vielleicht könnt ihr anhand der Bilder nachvollziehen, was ich meine?!
    Natürlich fehlen in einer vom Fluss geprägten Landschaft die Wasserfälle nicht. Diese sind zwar nur relativ klein, trotzdem echt schön anzusehen!
    Viele Besucher erkunden den Nitmiluk-Nationalpark vom Wasser aus, es gibt aber auch gute Wanderwege, auf welchen wir uns bewegten. Auf den Wegen durch den Park trifft man immer wieder auf schöne, natürliche Badeplätze. Manche davon sind sogar heiße Thermalquellen! Natürlich packten wir an einer besonders schönen Stelle sogleich unsere Badehosen aus und genossen das schwimmen in unserem Naturpool. Und trotzdem die Landschaft so schön war und man mitten in der Natur im heißen Wasser sitzen konnte – unser Badeausflug kam bei Weitem nicht an die tollen Planschaktionen im Schlossteich von Grillenburg heran!

    Alles in allem habe ich heute wirklich viel erlebt und gesehen und gefüllt mit diesen wunderbaren Eindrücken fiel ich in einen traumreichen Schlaf, in welchem ich Poolparties mit den Aborigines feierte."

Tausend Dank für diesen Betrag! In Kathrine wimmelt es nur so vor Aborigines. Leider von jenen, die den ganzen Tag auf der Staße hocken und Alkohol trinken. Das Northern Territory ist das Land mit der größten Anzahl Einheimischer - außerdem kommt hier das Didgeridoo her. Die Resozialisierungsprogramme der Regierung lassen den Aborigines großzügige finazielle Unterstützung zukommen - wohl aus schlechtem Gewissen. Leider gibt es viele, die dem Kicherwasser erlegen sind und sich sozial nicht einfügen können oder wollen. Das es auch anders geht, haben wir bei der Tour am Uluru gesehen.

Die Schlucht im Nitmiluk NP konnten wir leider nicht ausgiebig besuchen, da viele Wege wegen der Hitze gesperrt waren. Deshalb machten wir uns auch ziemlich bald nach Norden auf, in Richtung Edith Fall. Der Lower Pool war wegen Krokodilen (wir haben keine gesehen!) gesperrt, der obere dagegen war offen. Und der war mit seinen Wasserfällen, einer Naturrutsche (!), tiefen Stellen, an denen man nicht mal zum Grund tauchen konnte und Klettermöglichkeiten am tosenden Wasser einer der bisher schönsten Orte in Australien!

Baden! Lieber nicht baden!

Sonntag, 16. März
Ankunft in Darwin

 Gastbeitrag von meinem Vati

  • "Nach gut 4000km Autofahrt erreichen wir heute Darwin an der Nordküste Australiens. Darwin, was für ein seltsamer Name. Schon beim Stöbern im Schulatlas bin ich hier immer hängen geblieben. Ob das was mit dem Evolutionstheoretiker Charles Darwin zu tun hat? Hat es, auf dem Schiff, dass hier 1839 landete, bereiste er einst auch die Galapagosinseln, wo er ja seine kruden Theorien bestätigt bekommen haben will. Aber hier erinnert nun nichts weiter an ihn, die einstigen Urmenschen haben sich ja auch hier in ganz normale Menschen entwickelt ;-); genug davon!
    Nach der ganzen Fahrt übers Land ist es schön hier wieder das Meer zu sehen, allerdings kann man hier nicht so ohne Weiteres baden, es soll zu viele Krokodile geben, wenngleich ich noch keins in freier Wildbahn gesehen habe, ist wohl auch besser so! Dafür haben sie das Meer eingesperrt am Hafen hinter einer Mauer, so kann man wenigstens im Salzwasser baden.
    Die Stadt selber ist nicht mit den Metropolen im Süden zu vergleichen, viel kleiner und beschaulicher geht es hier zu, auch die Bevölkerung setzt sich anders zusammen, wesentlich mehr Asiaten sieht man hier, so gilt der Ort auch als Tor zu Asien, die Insel Timor liegt ja kaum 600km entfernt...
    Mit Linus bewohne ich ein Hostel, mal sehen wie lange wir uns hier jetzt vom Autofahren erholen. Leider haben sich unser beider Jobangebote als nicht praktikabel erwiesen. Und so brauchen wir jetzt erst einmal ein paar Tage, um uns zu überlegen, wie es weitergeht. Trennen wir uns hier? Fliegen wir an die Ostküste nach Cairns oder Brisbane? Was wird dann mit Linus' Auto oder starten wir den nächsten Roadtrip? Lasst Euch überraschen.
    Von unseren Erlebnissen hier und unseren Entscheidungen dann im nächsten Blog.
    Ach so, am Abend kurz nach Mitternacht, also hier schon am 17. März, sende ich einen Geburtstagsgruß an Papa in die Heimat, es dürfte der erste Glückwunsch sein, den er dieses Jahr erhält..."

Da hat einer viel Insider-Wissen! Tatsächlich habe ich erst in Darwin die Verbindung zwischen Charles und der Stadt realisiert. Nicht ganz richtig ist, dass hier mehr Asiaten sind, als in Melbourne oder Sydney. Eher im Gegenteil - während es in den südlichen Metropolen nur so vor Asiaten und Chinatown wimmelt ist Darwin eher von Aborigines und Backpackern geprägt. In der Dryseason schieben sich die Backpacker durch die zwei einzigen Straßen, in der man Darwin Metropolencharakter nachsagen kann.

Das größte Problem, was einem am Schwimmen hindert sind nicht etwa die Krokodile, die das Brackwasser von Flussmündungen, sowie Süßwasserflüsse vorziehen, sondern der Box Jellyfish. Das ist eine Quallenart, deren Tentakeln bei Berührung hochgiftig sind. Eine Tentakel kann bis zu 3 Meter lang werden. Man geht davon aus, dass eine Berührung von mit 6-8 m Tentakel (so viel, wie jede Qualle auf jeden Fall hat) zum Tod innerhalb weniger Minuten führen kann. Genug der Gruselgeschichten.

Vielen Dank für den Eintrag, der ansonsten alles sagt, was ich zu schreiben gehabt hätte. Grüß Emil und sag ihm, dass ich ganz lange mit ihm Rennbahn spiele, wenn ich wieder da bin.

Künstliches Meer Barramundi-Burger Darwin Waterfront Darwin Regenfront

 

Evolutionäre Grüße,
Euer Karl Unschuldig 

12März
2014

Darf es noch ein bisschen Land sein?

Roadtrip ins Outback
Teil 1 

Donnerstag, 6. März
Aufbruch

Nach einer Nacht auf einer warmen Couch, mit einem gefüllten Barbecue-Bauch in der WG, in der Wolfgang aus Bayern und Agni aus Estland, unsere Mitreisenden für die Outbacktour in Adelaide wohnten, sollte es heute nun also losgehen.

Über 4000 Kilometer, vorbei am Herz des Kontinentes, zu den Aborigines, durch unendliche Steppen immer auf der Suche nach dem nächsten Nachlager und schönen Orten. Nachdem ich es kurzzeitig geschafft hatte, in Panik zu verfallen, weil sämtliche Fotos von der Great Ocean Road plötzlich scheinbar spurlos verschwunden waren (Danke für die Hilfe beim Wiederfinden!), kam Linus gegen Mittag an. Nach einem Packmarathon, Einkauf- und Tankorgien (Wir hatten auch Kanister für den Notfall dabei.) ging es Richtung Norden nach Port Augusta an das Tor zum Outback. Zuvor allerdings gönnten wir uns zuvor noch einen Abstecher in den Flinders Nationalpark, wo wir campten.

Freitag, 7. März
Devil’s Peak und Coober Pedy

Am Morgen ging es mit einem deftigen Pasta-Frühstück los, da wir am Vorabend der Dunkelheit wegen auf das Kochen verzichtet hatten. Der Weg führte dann noch weiter in die Flinders Ranges hinein. Während Wolfgang und Agni ihren hier deponierten Vorrat zusammensuchten, machten Linus und ich uns zum Devil’s Peak auf. Einem markanten Berg der südlichen Flinders Ranges. Zum Gipfel musste man teilweise richtig klettern und das unter einer brütend heißen Sonne. Der Ausblick bis zum Ozean nach Port Augusta machte jegliche Mühen vergessen.

Überhaupt blieb es an diesem Tag recht warm. Und da wir uns, um Sprit zu sparen, entschlossen hatten, auf die Klimaanlage zu verzichten klebten nach mehreren Stunden Fahrt im viel zu vollen Auto alle Kleidungsstück an mir. Den Stuart Highway entlang ging es vorbei an Steppenbüschen, Tafelbergen, Salzseen und halb verlassenen Militärstützpunkten.

Das Tagesziel war Coober Pedy, eine Bergbaustadt mitten in der Steppe, wo nur kleine Büsche und ab und zu ein Känguru zu sehen waren, die bekannt ist für das einzige nennenswerte Exportprodukt Australiens: die Opale. Wir kamen nach langer Fahrt und endlosen Straßenkilometern in der Stadt an, nahmen uns einen Zeltplatz mit Dusche und wollten nach dem Essen noch in einem Pub im Underground - in alten Minen - ein Bier trinken, weil wir gehört hatten, dass es in Coober Pedy so etwas geben soll. Allerdings war im Moment wohl keine Saison (Ich bin mir nicht sicher, ob es eine Saison gibt!), sodass wir ohne Bier und (eben drum) etwas ernüchtert angesichts der trostlosen Umgebung ins Zelt gingen und alsbald Schlaf fanden.

Devil's PeakDes Teufels HornFreilassen-Shirt #StaJuPfaNichtsSalzseeEndless RoadEiner vieler traumhafter Sonnenuntergänge

Samstag, 8. März
Coober Pedy, angemalte Wüsten, Fliegen und die Milchstraße

Am nächsten Tag stand die Besichtigung Coobr Pedys an. Wir als Touristen wollten natürlich im Informationszentrum der Stadt nach den Attraktionen fragen. Nach etwa 10 Minuten erschien auch eine junge Dame, die da offensichtlich arbeitete. Wir versuchten also unser Glück und fragten sie nach den Highlights von Coober Pedy. Überrascht, dass man sie ansprach, knallte sie uns einen Zettel mit Karte und einer Liste von Aktivitäten auf den Tresen und kringelte zwei Sachen ein, statt uns auch nur ansatzweise etwas zu erklären. Wir blieben noch ein wenig länger im Infozentrum und stellten dann fest, dass die Mitarbeiterin auf Facebook aktiv war, telefonierte und sich auch sonst gut zu beschäftigen wusste.

Das sollte aber nicht die letzte eigenartige Begegnung in Coober Pedy gewesen sein. Als wir einen kleinen Laden auf Hauptstraße betraten, den Besitzer auch mehrfach grüßten gab es seinerseits keine Reaktion. Der Mann laß Zeitung und dachte auch nicht daran uns das Licht im Laden anzumachen. Erst als wir den Laden wieder verlassen wollten, schreckte er auf und versuchte uns Opalschmuck aufzuschwatzen. Am Abend zuvor hatten wir bereits einen ehemaligen Osteuropäer getroffen, der vor 40 Jahren nach Coober Pedy kam, um durch Opale reich zu werden. Mit Zwergenbart und dem Gehstock in der Hand erklärte er uns, dass er jetzt mehrere Häuser in der Heimat und einige in Australien besäße.

Außerdem besuchten wir in Coober Pedy zwei Museen im Untergrund und ließen uns von den funkelnden Opalen fast verführen. Danach ging es weiter - diesmal auf der Offroadpiste in eine scheinbar angemalte Wüste, die in allen Farben leuchtete, die der Sand hergibt.

Dann aber weiter auf dem Stuart Highway, weiter nach Norden. Als wir auf dem Campingplatz ankamen, erwarteten uns bereits Horden von Fliegen, die erst ablassen, wenn die Sonne untergegangen ist. Am Sternenhimmel wurde dann das Southern Cross gesucht und die Milchstraße, die ich noch nie so deutlich erkennen konnte, bewundert.

unterirdische Kirche unterirdische Wohnung unterirdische Kunst oberirdische Tristesse Wüste

Sonntag, 9. März
Kata Tjuta und Uluru

Endlich! Ayers Rock – Uluru – Herz des Kontinentes! Ihn in echt zu sehen und mein Australienaufenthalt hat sich schon gelohnt.

Nach der Anreise und dem Check-Inn auf dem Zeltplatz ging es zuerst nach Kata Tjuta (oder den Olgas, wie sie im Englischen heißen). Kata Tjuta heißt in der Sprach der Einheimischen „viele Köpfe“. Und wahrlich, so schaut es auch aus. Zahlreiche rundgelutschte, rote Felsen aus Sedimentgestein erstrecken sich in Sichtweite des Ulurus. Klettern darf man auf die nicht, aber Wandern ist erlaubt.

Unser Plan war dann, pünktlich zum Sonnenuntergang am Uluru zu sein. Das wurde zum sportlichen Unterfangen, da wir uns wohl etwas verkalkuliert hatten. Am Ende schafften wir es dann doch und konnten den in der Sonne glühenden Berg bewundern. Ein mächtiger Anblick, wie er langsam von hellrot immer dunkler wird und am Ende nun noch ein grauer Klumpen ist. Mitten im Nichts steht dieser riesige Felsen, ohne dass irgendwo umher auch nur eine andere Erhebung (mal abgesehen von den Olgas) ist.

Der erste Blick Kata Tjuta Uluru ... ... oder doch Ayers Rock ... ... in der Abendsonne.  

Montag, 10. März
Mehr Uluru (Ayers Rock)

Am nächsten Tag war ich, dem Wecker sei Dank, um 5 wach. Wir wollten den Sonnenaufgang am Uluru sehen. Soweit der Plan – nur schliefen alle um die verabredete Zeit noch. Während es Linus vorzog weiterzuschlafen, konnte ich Wolfgang und Agni erfolgreich zum Aufstehen überreden.

Wie schon beim Sunset verpassten wir den Beginn des Sunrise auch. Nichts destotrotz war der Anblick den Monoliths wieder atemberaubend. Wenn doch nicht so viele Menschen um einen herum wären und man es allein und in Stille genießen könnte. Zwar war der Sonnenuntergang von den Farben intensiver, dafür ist die Seite für den Sonnenuntergang dadurch so attraktiv, weil man im Hintergrund die Olgas (Kata Tjuta) sehen kann und die Rocks auf ein Bild bekommt.

Nach dem Sonnenaufgang ging es zu einem Ranger-Walk, der am Einstieg des Aufstieges begann. Ich war ja immer noch am Überlegen, ob ich nicht auf den Berg klettern sollte. Die Entscheidung wurde mir (zum Glück!) abgenommen. Der Aufstieg war wegen Hitze gesperrt. Außerdem war mein Schuhwerk für den Aufstieg auch nicht geeignet, da dieser schwerer erscheint, als ich dachte. Der Ranger, der leider nicht aus einem Aborigine-Stamm vom Uluru war, sondern aus dem Norden, erzählte umfangreich über die Höhlenmalereien, erklärte die Heiligtümer und zeigte potentielle Wasserfälle, die nach starkem Regen vom Berg stürzen. Ganz plausibel konnte er nicht erklären, was es mit dem Kletterverbot auf sich hat, zumal einige Aborigines den Berg selbst schon bestiegen haben. (An die CC Monolith Mitglieder, die ihn noch besteigen wollen: Beeilung, der Aufstieg wird 2020 endgültig geschlossen.)

Sonnenaufgang Im Hintergrund die Olgas Gesperrter Aufstieg Höhlenmalerei Aboriginer Ranger Das Dunkle könnte ein Wasserfall sein! Aufstieg

Dienstag, 11. März
Kings Canyon, Offroad-Piste bis nach Alice Springs

Am nächsten Tag ging es frühmorgens wandern im Watarrka Nationalpark. Genauer gesagt im Kings Canyon. Einer Schlucht mit hohen, steilen Wänden umgeben von Felsen, die aussehen wie Bienenstöcke und auf denen man herrlich herumkraxeln konnte. Je höher die Sonne stieg, desto anspruchsvoller wurde die Wanderung, was auch daran lag, dass wir ab und an (oft bewusst) den Weg verließen und über Bienenstöcke und Schluchten sprangen.

Wieder im Auto folgen 300 Kilometer Gravel-Road – also unbefestigter Straße. Vorbei an wilden Pferden, hohen Bergen und weiten Prärien. Eine Kulisse, die in jeden Spagettiwestern von Sergio Leone gepasst hätte - während Wolfgang die Mundharmonika spielte, neben uns die wilden Pferde sprangen und wir mit unserem stählernen Ross durch die Weiten der Prärie jagten.

Alice Springs war dann der Kulturschock. Zum ersten mal wieder eine richtige Stadt. Viele Autos, viele Menschen und viele Häuser. Alice Springs ist weniger unschön, als die abgelegene Lage im Outback vermuten lässt, zumal es malerisch in die MacDonnell Ranges eingebettet ist, die wir leider nicht besuchen könnten.

Gravel-Road Pferde

Mittwoch, 12. März
Alice Springs

Von Alice habe ich nicht allzu viel gesehen, weil wir den Vormittag in Bibliothek verbrachten, um den Bedarf an Internet zu stillen. Nach ein paar Metern hatte man ohnehin das Ende des Zentrums erreicht. Kulturell ist Alice wenig attraktiv, weil es eine Stadt ist, die erst in den letzten 70 bis 80 Jahre an Größe und Bedeutung gewonnen hat.

 

Aboriginale Grüße,
Euer Karl Verlegen 

05März
2014

Darf es noch ein bisschen Meer sein?

Roadtrip von Melbourne nach Adelaide

Freitag, 28. Februar
Abfahrt, Geelong und Torquay

Am Freitag ging es dann endlich mal wieder los. Raus aus der Stadt, die für einen Monat meine Heimat war. Zuerst zur Wicked – einer Autovermietung, die Campervans und andere Autos vermietet. Unteranderem einen kleinen Toyota mit 4 Plätzen, einen viel zu kleinen Kofferraum und einem Rooftoptent, dass zwar für drei Personen ausgelegt war, in dem aber nur zwei Personen entspannt schlafen konnten.

Wir waren zu dritt. Zwei deutlich ältere deutsche Mädels und ich hatten uns nach langer, erfolgloser Suche nach weiteren Mitreisenden dazu entschlossen zu dritt zu reisen. Eins vorweg: die Konstellation stellte sich im Verlauf als wenig symphytisch heraus, was die Erlebnisse aber in keinster Weise beeinträchtigte.

Als erstes ging es nach Geelong. Einem an sich wenig spektakulären Städtchen vor den Toren Melbournes. Einzig der Pier und die Strandpromenade mit 111 unterschiedlich gestalteten Pollern wussten zu überzeugen. Danach ging es weiter nach Torquay, was als Tor zur Great Ocean Road gilt, der sich daran anschließende Bells Beach gehört zu den berüchtigtsten Surfspots weltweit. Auch deshalb stammen zahlreiche Surfmodelabels aus dem kleinen Ort. Im Fabrikverkauf von Quicksilver konnte ich dann nicht widerstehen und habe mir ein neues Shirt gegönnt.

Natürlich hielten wir dann auch am Bells Beach. Dem ersten Strand der sich langen Surfcoast, die bis zum Cape Otway geht. Die Surfer ließen sich auch nicht bitten und zeigten, was sie konnten. Zum Baden war es allerdings ohnehin zu kalt, so dass wir lieber in einiger Entfernung blieben.

Unser Auto Geelong Torquay Bells Beach

Samstag, 1. März
Von Anglesea bis nach Cape Otway

Über Anglesea und dem berühmten Bogen, der den Beginn des ältesten Teils der Great Ocean Road kennzeichnet, weiter nach Aireys Inlet und Lorne ging es die Surfcoast entlang. Wo es schön war, stieg man aus - unteranderem an einem Leuchtturm und einer Küste, an der die Brandung tiefe Höhlen geformt hatte. Wenn man schnell war, konnte man zwischen zwei Wellen auf die andere Seite gelangen und dort auf den Felsen dem Ungeheuer Meer unmittelbar gegenüber stehen.

Im Otway Nationalpark besuchten wir einen Wasserfall und konnten einen Blick in den Regenwald werfen. Der Nationalpark zählt zu den feuchtesten Gebieten im südlichen Australien. Man findet dort die ältesten und größten Eukalyptusbäume. Und angeblich sogar die scheuen und äußerst seltenen Schnabeltiere. Allerdings nicht da, wo ich war.

In Kennet River konnte ich meine ersten freien Koalas beobachten. Erstaunlich aktiv turnten mehrere nur wenige Meter über mir herum. Noch mehr waren das am Cape Otway, wo wir an einem kostenlosen Campingplatz unser Nachtlager aufschlugen. Dort war es besonders schön, weil man mit einem 15minütigen Fußmarsch an einen kleine, vom Meer gezeichnete Bucht kam, die so schön war, dass man es nur schwer in Worte fassen kann.

Der Bogen Kakadu Campingplatz Blick vom Campingplatz

Sonntag, 2. März
Otway Leuchtturm, die Apostel und Warrnambool

Am Vormittag gingen wir zum wenig entfernten Leuchtturm am Cape. Dort war unter anderem die Telegraphenstation, die das Festland und Tasmanien miteinander verband. Der Leuchtturm ließ einen ausgezeichneten Rundumblick über die Surfcoast in die eine und die Schiffbruchküste in die andere. An letztere ging es dann auch weiter voran, wobei das nicht wirklich stimmt, weil die Great Ocean Road erst einmal landeinwärts verläuft.

Erst an den Aposteln kommt sie wieder zurück aus dem Weideland Victorias. Und dort entfaltet sie ihre ganze Schönheit. Zuerst kamen wir an die Gibbson Stepps. Einer der wenigen Punkte an der Steilküste, an der man zum Wasser kommt. Man kann da fast auf Tuchfühlung mit zwei der Wellenbrecher gehen, wären da nicht übermannshohe Wellen, die es unmöglich machen ins Wasser zu gehen.

Weniger Meter weiter schließt sich dann die Hauptattraktion an. Die Zwölf Apostel. Zwölf sind es keineswegs. Wenn man großzügig ist und den eingestürzten Apostel mitzählt kommt man vielleicht auf 10. Nichts destotrotz sind die Riesen in der Brandung beeindruckend. Noch schöner wäre es wohl, wenn man den Anblick nicht mit 10000 anderen Menschen teilen und um jedes passantenfreie Foto kämpfen müsste.

Nach den Aposteln folgen noch weitere, weniger frequentierte Punkte, die nicht minder schön sind. Die London Arch, The Grotto oder andere Aussichtspunkte an der Steilküste. Beeindruckende Ort, schöne Bilder für den Kopf und Kamera und haushohe Wellen, sowie ein Wind, der dafür sorgt, dass man ohne im Wasser gewesen zu sein, voller Salz ist.

In Warrnambool, der ersten größeren Stadt der Road, gönnten wir uns mal wieder einen richtigen Campingplatz. Erschöpft, aber glücklich ging es dort ins Bett.

12 Apostel

Montag, 3. März
Die Grampins

Der Grampians Nationalpark befindet sich nördlich von Warrnambool. Ein ganzes Stück ging es jetzt also mit dem Auto über leere Straßen durch das Hinterland Victorias. Unser Navi schickte uns nicht den Highway, sondern kleine Landstraßen lang, die dafür umso schöner waren.

In den Grampians steuerten wir Hells Gap an. Von dort aus ging es auf zwei Wanderungen durch einen Canyon und auf den Pinnacle. Der Weg dahin war besser als die Aussicht, weil er von Sandsteinfelsen gesäumt war, die denen meiner Heimat sehr ähnlich waren. Allerdings gab es kaum freistehende, die über 10 Meter hoch waren, sodass die den sächsischen Bergsteigeransprüchen gerecht werden könnten. Bouldern konnte man allerdings sehr gut an ihnen.

In den Grampians hätte man wohl noch einige Tage länger bleiben können. Schade, dass ich dringend nach Adelaide musste.

Sandstein Grampians

Dienstag, 4. März
Highway und Hahndorf

Am Dienstag ging es nach Hahndorf, was in den Adelaide Hills liegt – also unweit des Ziels. Hahndorf wurde Anfang des 19. Jahrhunderts von deutschen Lutheranern gegründet, die das Dorf nach ihrem Kapitän benannten. Heute ist es der Kitsch pur, sonnt sich in seiner ureuropäischen Vergangenheit und einige Gasthäuser versprechen deutsche Speisen. In einem davon essen wir auch zu Abend. Würste und Kartoffelsalat. Geschmack: okay. Deutsch: joa mei, eher bavarisch. Wie daheim: lange nicht! Überhaupt beschränkt man in Hahndorf Deutschland auf das Land, aus dem der aktuelle (und künftige?) Campions League Sieger kommt.

Geschlafen wurde in Langhorne Creek. Einem urigen und um Längen authentischeren Dorf, was umgeben von Weinbergen liegt.

Hahndorf Deutsches Essen? Langhorne Creek Langhorne Creek

Mittwoch, 5. März
Adelaide

Adelaide ist nicht wirklich schön – das vorweg. Allerdings gibt es durchaus Ecken, die ein Foto wert sind. So wie der Strand in Semaphore, wo ich bei meinen späteren Mitreisenden Unterkunft und das bisher beste australische Bier (selbstgebraut) fand.

Dort wurde mir auch ein echtes australisches Barbecue serviert. Mit Steaks, die über dem Lagerfeuer gebraten wurden und Würsten, die die aus Hahndorf vergessen machten.

Am Donnerstag sollte dann die Outback-Tour, der Wiedersehen mit Linus und seinem Auto stattfinden. Und da ich gerade in Alice Springs sitze und euch schreibe, kann man durchaus behaupten, dass der Absprung geglückt ist.

 

Apostolische Grüße,
Euer Karl Cool

24Februar
2014

Ist er vielleicht eingeschlafen?

Teil 6 der Serie
Die Lust ist wieder da!

Nein, das bin ich nicht. Nur ein bisschen versackt. In Bequemheit ... und ein bisschen in Resignation. Meine Zeit geht zu Ende in Melbourne. Ich muss raus. Das Land sehen, neue Leute treffen, endlich wieder das machen, was ich wollte.

Hier war es wunderbar. Ich habe mich in der Kirchgemeinde daheim gefühlt. Die Hilfsbereitschaft von Matthias, die fast mütterliche Fürsorge von Evi, die fröhlichen und motiviernden Kinderaugen von Leni und Moritz oder die lustige Gemeindepädagogin Sabine. Fast, so scheint es, ist es perfekt.

Aber irgendwie war meine Zeit hier zu lang. Heute bin ich geplatzt. Auf der Suche nach einer Möglichkeit nach Adelaide zu kommen, immer wieder mit Absagen konfrontiert, war ich zeitweise am heutigen Tag nur noch ein Häufchen Elend. Inzwischen gab es Lichtblicke. Es findet sich scheinbar eine Gruppe, die einen Van mieten wird. Mit dem wollen wir dann die Great Ocean Road entlang nach Adelaide. Endlich Fortschritt. Endlich Abenteuer. Endlich wieder Fahrtwind.

Ja, Melbourne war toll. Und ich will auch wieder kommen - irgendwann. Ich liebe diese Stadt, die so entspannt und weltstädtisch zugleich ist. Aber nach einem Monat bin ich ihr überdrüssig. Ich will euch aber noch ein bisschen mehr zeigen, weil ich das Bloggen doch sehr vernachlässig habe zuletzt.

Deshalb heute ein Sammelblog!

Teil 7 der Serie
St. Kilda

St. Kilda ist Melbournes Szeneviertel. Neben zahlreichen schönen Bars, dem Luna-Park mit seinem Nightmarket und dem Strand kann man hier sogar Piguine beobachten. Als das Wetter noch motiviert war, wie ich es war, da sind wir oft baden gegangen. Durch die Bucht ist das Meer ruhig und es gibt kaum Wellen.

Mit Niklas war ich auf dem Nightmarket im Luna-Park. Eine Art Fest der Alternativen. Überall Feuerartisten, Trommler, die einen gemeinsamen Rhythmus trommeln, dass man es bis in den CBD hören kann. Man drängt sich, setzt sich auf die wenige freie Wiese, trinkt ein Weinchen und genießt, dass man im Sommer ist.

St. Kilda tut gut. Es ist so gar nicht großstädtisch. Alle sind entspannt. Im Grunde war ich hier zu selten - auch, weil es trotzdem ziemlich teuer ist, sich mal ein Bier oder ein Glas Wein zu kaufen.

Am St. Kilda Pier kann man abends nach Sonnenuntergang Piguine beobachten. Nach und nach kommen sie aus dem Wasser oder den Steinen am Ufer hervor. Zwar habe ich am Ende nur ungefähr 10 Stück der kleine, vielleicht 20 cm hohen flugunfähigen Vögel gesehen - aber ich habe freilebende Piguine gesehen! 

Teil 8 der Serie
Der Melbourne Backpackers F.C.

In meiner zweiten Woche hier bekam ich unglaublich Lust auf Fußball. Und habe mich mit 4 Jungs am Botanischen Garten getroffen. War nicht so doll, aber ich habe ihnen ihren Ball abgekauft. Und damit begann die Erfolgsgeschichte des ersten internationalen Backpacker Fußballvereins in Melbourne.

Jeden Sonntag um 5 wurde auf einem Platz am Stadion gekickt. Bester Rasen, große Tore. Zu Spitzenzeiten waren wir 18 Spieler. Wie es mit dem Verein weitergeht steht in den Sternen, nun wo ich gehe. Fußballwütige Backpacker wird es wohl noch geben. Mal sehen.

Teil 9 der Serie
Der Abschied 

Ich hoffe, dass jetzt alles klappt, wie ich es mir erhoffe. Dass ich nach Adelaide komme und dann weiter mit Linus zum Uluru, nach Alice Springs und nach Darwin. Das Leben hier ist voller Überraschungen und Planungen macht man nur, um sie wieder über den Haufen werfen zu können.

Ich bin dankbar für die Zeit hier, auch wenn ich jetzt gerne weiterziehe. Ich werde euch auch wieder mehr mit Einträgen versorgen, wenn ihr nicht längst aufgehört habt, mir zu folgen, weil ihr nichts mehr erwartet. Habt etwas Geduld mit mir. Manchmal ist die Wille da, aber die Worte fehlen. Manchmal hat man viel erlebt, aber die Zeit zum schreiben ist nicht da. Manchmal hat man schlicht und einfach kein Internet.

Bilder versuche ich nachzureichen. Ansonsten dürft ihr mich alle, wenn ich wieder da bin besuchen und meine Bilder bei mir anschauen.

Seid gedrückt!

Aufbrechende Grüße,
Euer Karl Verlegen 


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